Schweinehaltung

Die Zucht, Aufzucht und Mast von Schweinen zur Produktion von Schweinefleisch sind einer der wichtigsten Produktionszweige der Landwirtschaft in Deutschland. Die Statistik gibt für November 2018 in Brandenburg 170 Schweinehaltungen mit insgesamt 751.222 Schweinen an. Davon halten 119 Betriebe 1.000 Schweine und mehr. Brandenburger Schweinehalter sind insbesondere auf die Sauenhaltung und die Ferkelproduktion spezialisiert. Die Exportquote von Ferkeln in andere Bundesländer bzw. in die EU beträgt schätzungsweise ca. 75 Prozent. Unter den gegebenen gesetzlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen haben sich Schweinezucht und Mast zu gut geführten Betrieben entwickelt. Die Schweinehaltung in Deutschland gilt in Europa als hochprofessionell. Große Bedeutung kommt der Stabilisierung der Erhaltungszuchtbestände durch die gezielte Förderung der Zucht und Haltung einheimischer, vom Aussterben bedrohter Schweinerassen (Lebendgenreserve) zu.

 

In den vergangenen Jahrzehnten ist der Produktionszweig Schweinefleisch aus unterschiedlichen Gründen in der Diskussion. Kritisiert werden die klassischen Haltungsbedingungen für Sauen, Ferkel und Mastschweine. In der Kritik stehen das Platzangebot für die Tiere und insbesondere bei Ferkeln die nicht-kurativen Eingriffe (Kastration/Kupieren). Darüber hinaus sind der maximale Einsatz von Futtermitteln aus Deutschland bzw. Europa, kurze Wege bei Tiertransporten sowie eine weitgehende Reduzierung des Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung zentrale Forderungen. Diese Forderungen werden für die landwirtschaftlichen Betriebe in Brandenburg nicht ohne Folgen bleiben. So wird durch die beschlossenen neuen Regelungen zu Kastenständen und Abferkelbuchten mit einem Rückgang der Stallkapazitäten im Bereich Sauenhaltung um 30 Prozent zu rechnen sein.

 

Schweinehaltung in Brandenburg ist mit traditionellen – auch historisch bedingt – großen Betriebseinheiten verknüpft. Tiergesundheit bzw. Tierwohl und exzellente Aufzuchtbedingungen werden aber häufig mit der Forderung nach Bestandobergrenzen verbunden. Der Aufbau von neuen regionalen Kapazitäten sollte sich daher nicht nur an ideologischen Bildern, sondern an der Qualität der Haltungsbedingungen für das Tier und der Flächenbindung auf Basis 2.0 GV/ha orientieren.